Weltmeisterschaften in Paris/Frankreich

DinoDie Anreise nach Paris am 22.08. verlief von Berlin Tegel zum Charles-de-Gaulle, von wo die Mannschaft dann per Bus zum Hotel gefahren wurde. Da meine Gewichtsklasse erst am Samstag dem 27.8. an der Reihe war, hatte ich noch etwas Zeit und konnte die Atmosphäre dieser großen Meisterschaft auf mich wirken lassen und in mich aufnehmen.

Die Tage bis zu meinem Wettkampf vergingen auch wie im Flug, wobei sie sich alle fast gleich abgespielt haben. Morgens in die Halle, die anderen anfeuern. Gegen die Mittagszeit dann selber etwas Judo und Gymnastik machen, da man vom vielen Sitzen doch recht schnell einrostet und steif wird. Meistens habe ich mich dann in der Pause zwischen den Vorrundenkämpfen und den Finals zurück ins Hotel begeben. Da man leider in der Halbschwergewichtsklasse immer erst so spät in das Wettkampfgeschehen eingreift, unternimmt man im Vorfeld auch nicht zu viel, da man auf den Punkt genau fit sein will. Darum hatte ich leider keine Gelegenheit mir die schöne Stadt an der Seine und Ihre Sehenswürdigkeiten näher zu begutachten.

TeamDann kann endlich mein Tag. Samstag, Wettkampftag. Wir mussten schon sehr früh aufstehen, da das offizielle Wiegen von 6.30 – 7.00 Uhr stattfand. Ich habe mich sehr gut gefühlt und war mir sicher, dass dies ein guter Tag für mich werden würde. Nach dem Aufwärmen wartete ich, bis ich an der Reihe war. Ich wusste bis kurz bevor ich auf die Matte musste nicht, wer mein Kontrahent sein wird, da ich mir im Vorfeld die Listen nicht anschaue. Das macht mich immer viel zu nervös und ich kann mich nicht richtig auf den Kampf konzentrieren. Auf jeden Fall sagte mir mein Trainer kurz vor Kampfbeginn, dass es gegen einen Mann aus der Ukraine zur Sache geht.

Der Kampf war sehr ausgeglichen und weder mir noch meinem Gegenüber gelang es eine Wertung zu erzielen, so dass von den eigentlichen 5 Minuten Kampfzeit nur knappe 30 Sekunden übrig blieben, bis es in die Verlängerung gegangen wäre. 15 Sekunden später passierte mir eine kleine Unachtsamkeit und ich lief meinem Gegner zwei Schritte hinterher, was dieser auch gleich für einen Technikansatz nutze und mich leider auf die Seite beförderte. Somit stand 10 Sekunden vor Schluss ein halber Punkt auf der Anzeigentafel, nur auf der Seite meines Gegenübers. Die Zeit reichte mir leider nicht um diesen Phopa wieder gut zu machen und somit verlor ich meinen ersten und einzigen Kampf, da es sich hierbei um ein KO-System handelt.

Tja dumm gelaufen, aber die viele Zeit und die harte Arbeit, das viele Training waren nicht umsonst. Ich hab jetzt gemerkt woran es mir noch fehlt um ganz vorne mit zu mischen. Es hat leider noch nicht gereicht, aber der nächste Wettkampf kommt bestimmt.  Und so gesehen, den Weltmeister in der 100kg Klasse, habe ich bereits einmal geschlagen..