Internationale Deutsche Einzelmeisterschaft in Hamburg mit anschließendem Trainingslager

Und wieder kann ich einen Termin auf meinem Kalender streichen. Am vergangenen Donnerstag ging mein Aufenthalt in Hamburg zu Ende. Nachdem ich bereits am Freitag im Kleinbus mit den anderen Judoka aus Berlin zusammen in der Hansestadt angekommen bin, hat sich das Wettkampfwochenende recht gut für mich entwickelt. Am Samstag konnte ich noch den Anderen Sportlern von der Tribüne aus bei Ihrem Treiben auf der Matte zuschauen, bevor es dann am Sonntag für mich hieß, rauf auf die Matte, kämpfen.
Im ersten Kampf stand ich einem Kontrahenten aus Großbritannien gegenüber, welchen ich bereits nach etwas mehr wie einer Minute mit einem Kosotogake auf die Matte schickte.
Als zweites hatte ich ein Freilos, was eigentlich untypisch ist, da in der zweiten Runde im Normalfall jeder auf der Liste kämpft. Jedoch war mein Gegner gar nicht am Wettkampftag erschienen und wurde erst nachträglich von der Liste gestrichen. So konnte ich mir in Ruhe meinen nächsten Gegner anschauen.
Als drittes stand ich dem Deutschen Stefan Krause gegenüber. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelang es mir, einen Haltegriff im Boden anzusetzen, aus dem sich Krause nichtmehr befreien konnte. Drei Kämpfe gewonnen, Halbfinale.
Dort erwartete mich Benjamin Behrla. Leider verlor ich diesen Kampf mit 2 Bestrafungen zu einer. Eigentlich unnötig, denn ich bin selber schuld an dieser Niederlage. Ich hab ihm nicht meinen Kampfstil aufgezwungen, sondern mich seinem angepasst. Das passiert mir nicht noch einmal, vor allem da ich Ihn schon in der Bundesliga geschlagen habe.
Abhaken und auf den nächsten Kampf konzentrieren. Der Kampf um Platz drei. Hier traf ich auf einen Holländer, welcher mir das Leben wirklich schwer machte. Egal was ich auch versuchte, in der regulären Kampfzeit gelang es mir nicht Ihn zu Fall zu bringen. Einzig und allein eine Bestrafung wegen Passivität konnte ich Ihm aufzwingen. Erst in der Verlängerung gelang mir durch eine Selbstfalltechnik eine Wertung, wodurch ich den Kampf zu meinen Gunsten entscheiden konnte.
Dritter Platz. Zwar kein super Ergebnis und mit meiner Leistung an diesem Tag kann ich nicht zufrieden sein, denn um bei der kommenden Weltmeisterschaft in Paris vorne mit zu kämpfen, muss ich nicht nur eine Schippe auflegen.

Das anschließende Trainingslager von Montag bis Donnerstag bot mir schon einmal Gelegenheit um meine Fehler vom Wochenende auszubügeln. In Absprache mit meinem Trainer reduzierte ich die Anzahl der Randoris zwar etwas, aber dafür sollte ich in jedem Randori die bestimmende Kraft sein und alles geben. Was mir im Großen und Ganzen auch gelang.
Nun bin ich ein paar Tage in der Heimat, um vor der WM Vorbereitung in Kienbaum noch einmal Kraft zu schöpfen.

Vorbereitungslehrgang auf Usedom

UsedomSeit vergangenem Sonntag dem 10.7. bis heute war die gesamte Nationalmannschaft auf einem Vorbereitungslehrgang in der Sportschule Zinnowitz auf Usedom. Nicht nur die Männermannschaft war dabei anwesend, auch Judoka aus Ungarn, Großbritannien und die U20 Nationalmannschaft, welche uns leider schon etwas früher verlassen musste um ein Trainingslager in Kasachstan wahrnehmen zu können, waren an unserem Lehrgang beteiligt. Da der Sonntag als Anreisetag vorgemerkt war, ging es dort noch recht ruhig zu. Wir spielten eine Party Fußball um den Reisestau aus den Knochen zu bekommen und um für den nächsten Tag fit zu sein, denn schon der hatte es in sich.
Da es sich um einen Vorbereitungslehrgang für die Internationalen Deutschen Einzelmeisterschaften, welche am kommenden Wochenende in Hamburg stattfinden, handelte, ist es sich nicht verwunderlich, dass wir fast ausschließlich Judo betrieben haben. Gleich zu Beginn haben wir einen Belastungstest, den BT3 – Test, eingeschoben, um die Auswirkungen des Höhentrainingslagers in Bulgarien zu überprüfen. Ich war glücklich, als ich hörte, dass meine Werte im sehr guten Bereich lagen, obwohl ich die letzten Tage vor dem Lehrgang in Zinnowitz durch ein Erysipel am rechten Unterschenkel etwas am Training gehindert war. Die meisten Tage waren ansonsten mit einer zweistündigen Vormittagseinheit und einer zweistündigen Nachmittagseinheit versehen. Dabei haben wir immer zwischen 8 und 10 Runden Randori gemacht. Der Vormittag galt überwiegende dem Arbeiten im Boden, während der Nachmittag dann sich auf das Training im Stand konzentrierte. Da man aber nicht eine ganze Woche auf höchstem Niveau arbeiten kann ohne dass Ermüdungserscheinungen auftreten, galt der Donnerstag der Regeneration und Erholung, bevor dann die letzten Tage anbrachen.
Am Freitag wartete eine besondere Überraschung auf uns. Da die Männermannschaft bei der Team-EM in Istanbul den dritten Platz belegt hatte und sich somit auch für die WM qualifiziert hat, haben wir am Freitag einen Team-Wettkampf vollzogen. Die Männermannschaft, die U20-Mannschaft, die Briten und eine Landesauswahl aus Sachsen. Die Ungarn waren bereits am Mittwoch wieder abgereist. Es hat Spaß gemacht, einmal als Mannschaft mit den anderen zu kämpfen und noch mehr, als die Männermannschaft dann auch noch alle ihre Kämpfe gewonnen hatte.
Den ganzen Lehrgang hindurch habe ich mich gut gefühlt und kann sagen, dass ich mich gut vorbereitet für Hamburg fühle. Ich werde mein Bestes geben und versuchen mit ein bisschen Edelmetall aus der Hansestadt zurück zu kommen. Ich würde mich freuen, wenn ich vielleicht einige Judofreunde auf den Tribünen sehen könnte.

Trainingslager in Bulgarien

Bulgarien_5_1Vom 5. – 26. Juni bin ich mit der deutschen Nationalmannschaft in Bulgarien, in der Sportschule Belmeken. Wir absolvieren hier ein dreiwöchiges Höhentrainingslager, um unsere Ausdauer zu verbessern und physische Defizite auszugleichen. Die Sportschule ist sehr vielseitig und bietet fast alle Möglichkeiten, die man sich vorstellen kann.
Die ersten 3 Tage waren noch recht angenehm und entspannt, da wir uns erst einmal an die hier vorherrschenden Luftverhältnisse (knapp 2000m Über dem Meeresspiegel) anpassen mussten und deshalb das Training dementsprechend nicht so hart ausgefallen ist.
Seit vergangenem Donnerstag ist die Schonfrist nun aber vorbei, was wir auch gleich am selben Tag noch in Form eines 19km Laufs um den in der Nähe gelegenen Stausee zu spüren bekamen – und das war nur die Vormittagseinheit.
Zum Nachmittag hin stand dann Judo und Schwimmen auf der To-Do-Liste.
Wir gehen hier regelmäßig ins Gelände und erklimmen die umliegenden Berge, im neuen Kraftraum wird jede Menge Eisen bewegt und die Sauna fleißig genutzt, um schnellstmöglich wieder bei Kräften zu sein, denn die nächste Einheit lässt nicht lange auf sich warten.
Mir macht es also hier richtig viel Spaß und ich freue mich schon auf die noch kommenden Wochen. Nach diesem Lehrgang habe ich bestimmt wieder einen weiteren Schritt in die richtige Richtung getan und bin meinem großen Traum einen Stück näher gekommen.

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